SEITE: 698 -- - Data: Schornsteinfegermeister & Fachkraft für Rauchwarnmelder gemäß DIN 14676

Das Lüftungskonzept DIN 1946-6

Von Norman Reeck am 26.11.2022 17:08 Uhr

Warum lüften immer wichtiger wird.

Für die Nutzung von Wohnungen ist eine ausreichende Lüftung notwendig. In älteren
Gebäuden wurde die Grundlüftung durch die Undichtigkeiten in der Gebäudehülle
sichergestellt. Durch undichte Fenster, Briefkästen innerhalb der Haustür, alte
Rollladenkästen und undichte Dächer wurde immer ein Mindestmaß an Luft ausgetauscht.
Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung gab es zu dieser Zeit sehr wenig.
Durch die immer höheren Anforderungen an die Wärmedämmung und Gebäudedichtheit ist
dieser „automatische Luftwechsel“ nicht mehr gegeben. Die Lüftung muss auf andere Weise
sichergestellt werden. Hier obliegt es dem Planer oder Architekten zu überprüfen, ob ein
ausreichender Mindestluftwechsel in Gebäuden gewährleistet ist, oder ob lüftungstechnische
Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Ziel dieser Maßnahmen soll mindestens die Sicherstellung des Bautenschutzes
(Schimmelpilzvermeidung) durch nutzerunabhängige Lüftung sowie die Bereitstellung
gesunder Atemluft sein.

 

Das Lüftungskonzept

Im Rahmen des Lüftungskonzepts wird überprüft, ob durch die normalen
Gebäudeundichtigkeiten (undichte Fenster, Türen etc.) ein noch ausreichend großer
Luftwechsel sichergestellt wird.
Es wird ein notwendiger Außenluftvolumenstrom festgelegt, der stündlich in die
Nutzungseinheit strömen muss. Dem wird der Infiltrationsvolumenstrom gegenübergestellt, der sowieso in das Gebäude strömt. Wenn noch genug Luft einströmt ist
alles in Ordnung und es brauchen keinen weiteren Maßnahmen getroffen werden. Sollte der
Volumenstrom allerdings nicht ausreichen, müssen technische Maßnahmen getroffen
werden, die mehr Luft in die Nutzungseinheit rein%u2010 und rausfördern um den erforderlichen
Mindestluftwechsel zu erfüllen.

Wann muss ein Lüftungskonzept erstellt werden?
Ein Lüftungskonzept muss erstellt werden:
- Bei Neubau
- Bei lüftungstechnisch relevanten Veränderungen der Gebäudehülle:
 Dies ist der Fall, wenn beispielsweise mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster in
der Nutzungseinheit ausgetauscht werden, oder bei einem Einfamilienhaus
oder einer Dachgeschosswohnung mehr als 1/3 der vorhandenen Dachfläche
abgedichtet werden.
In Teilbereichen oder einzelnen Räumen Lüftungssysteme nachgerüstet werden.